Was tun erblich bedingtem Haarausfall?

Gesundes, volles Haar ist der Wunsch jedes Menschen. Es ist ein Zeichen von Gesundheit, Vitalität und Attraktivität und macht selbstbewusst. Schon in früheren Jahrhunderten wurde schönem Haar eine große Bedeutung beigemessen und das ist auch heute noch so. Deshalb ist es kein Wunder, dass die Menschen Wert auf schönes, gepflegtes Haar legen und auch viel dafür tun wollen. Wenn sich in Bürste, Kamm oder Waschbecken einige Haare befinden, ist das noch lange kein Grund zur Panik. Abgestorbene Haare fallen aus und werden durch nachwachsende neue ersetzt. Das ist der normale Wachstumszyklus, der immer in drei Phasen abläuft. Zuerst kommt die Wachstumsphase, oder auch Anagenphase, die zwischen 1000 Tagen und sechs Jahren dauern kann. Ihr folgt die Übergangsphase, die Katagenphase, die ein bis zwei Wochen anhält. Anschließend folgt die Ruhephase, Telogenphase genannt, die einige Monate dauert. Dann wächst ein neues Haar nach, das das alte verdrängt. Der Mensch verliert pro Tag bis zu 100 Haare. Bei einer Gesamtzahl von 90.000 bis 150.000 Haaren fällt das kaum ins Gewicht. Erst wenn die Haare büschelweise über einen längeren Zeitraum ausgehen, ist das ein Hinweis auf eine Störung. Übermäßig starker und lang andauernder Haarausfall kann viele Ursachen haben, wie z. B. Störungen im Hormonhaushalt, Stress oder schlechte, einseitige Ernährung. Es kann jedoch auch der sogenannte erblich bedingte Haarausfall dahinter stecken.

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Was genau ist erblich bedingter Haarausfall?

Es gibt verschiedene Gründe, warum Menschen die Haare ausfallen. Eine genaue Diagnose sollte deshalb vom Arzt gestellt werden, damit auch die geeigneten Maßnahmen ergriffen werden können. Der erblich bedingte Haarausfall, in der Fachsprache androgenetische Alopezie (AGA) genannt, tritt bei beiden Geschlechtern auf. Natürlich bedeutet das jetzt nicht, dass der Haarausfall automatisch von Vater oder Mutter auf Sohn oder Tochter vererbt wird. Es wird lediglich die Veranlagung zum Haarausfall weitergegeben. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens Haarausfall zu bekommen, deutlich höher, wenn Vater oder Mutter auch schon dieses Schicksal ereilt hat. Laut Statistik sind etwa 95% der Männer und Frauen, die unter Haarausfall leiden, von erblich bedingtem Haarausfall betroffen. Die androgenetische Alopezie ist somit die häufigste Ursache von Haarausfall. Frei übersetzt bedeutet der Fachausdruck soviel wie „Haarausfall verursacht durch männliche Hormone“. Androgene sind männliche Sexualhormone und Hauptverteter des Testosterons, das in den Hoden und Nebennierenrinden gebildet wird. Bei Frauen kommt das Hormon aus den Nebennierenrinden und Eierstöcken. Es gelangt über das Blut in den Blutkreislauf und wird an seine Ziele transportiert. Unter anderem sind das die Haarfollikel. Dort wandelt es sich ein seine wirksame Form um und wird nun als Dehydrotestosteron (DHT) bezeichnet. DHT entsteht unter dem Einfluss des Enzyms 5-alpha-Reduktase. Beim erblich bedingten Haarausfall entwickeln die Haarfollikel eine Überempfindlichkeit auf das DHT. Die Blutgefäße, die die Haarfollikel mit den für das Wachstum benötigten Nährstoffen versorgen, bilden sich langsam zurück. Durch diese Unterversorgung verkümmern die Follikel nach und nach. Das bedeutet, dass die Haare schneller ausfallen und auch die Wachstumsphase verkürzt ist. Die nachwachsenden Haare sind nicht mehr so kräftig und werden immer heller und anfälliger. Dieser Prozess wiederholt sich von Wachstumszyklus zu Wachstumszyklus, die Haarwurzel schrumpft und stirbt ab, es entstehen kahle Stellen auf der Kopfhaut. In der Regel setzt diese Veränderung zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr ein und beginnt üblicherweise am Scheitel und im Bereich der Stirnhöcker. In manchen Fällen beginnt sie jedoch auch schon ab dem 20. Lebensjahr. In diesem Fall schreitet sie sehr schnell fort und kahle Stellen sind dann schon ab 30 Jahren sichtbar. Setzt der der Haarausfall mit ungefähr 30 Jahren ein, verläuft er langsamer und beginnt er ab dem 40. Lebensjahr, ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Betroffenen eine vollständige Glatze entwickelt. Bei den Frauen spielt das Enzym Aromatase eine entscheidende Rolle. Es wandelt männliche Hormone in weibliche, also Östrogene, um. Bei Frauen, die an erblich bedingtem Haarausfall leiden, ist die Aromatase weniger aktiv, was zur Folge hat, dass sich die Konzentration der Androgene an den “genetisch vorbelasteten” Follikeln erhöht. Sie werden durch die männlichen Hormone geschädigt und führen so zu Haarausfall. Meist tritt der Haarausfall bei Frauen um das 50. Lebensjahr auf.

 

Der feine Unterschied bei erblich bedingtem Haarausfall

Obwohl die androgenetische Alopezie Männer und Frauen gleichermaßen betreffen kann, verläuft sie bei beiden Geschlechtern unterschiedlich. Bei den Männern bilden sich zuerst die sogenannten Geheimratsecken, die sich im Verlauf immer mehr ausbreiten, bis kahle Stellen am Oberkopf zu sehen sind. Da der erblich bedingte Haarausfall bei den Männern alle Haarfollikel betrifft, steht am Ende dann oft die vollständige Glatzenbildung. Ironischerweise haben die betroffenen Männer häufig ein gesteigertes Wachstum im Bartbereich. Bei den Frauen sind nicht alle Haarfollikel einer Haarregion betroffen, sondern meist nur ein Teil. Deshalb lichtet sich bei den betroffenen Frauen das Haupthaar und der Scheitel wird nach und nach immer breiter. Durch das immer dünner werdende Haar wird die Kopfhaut sichtbar. Frauen, die an androgenetischer Alopezie leiden, sind häufig vom maskulinen Behaarungstyp, das bedeutet, sie haben vermehrten Haarwuchs im Gesicht, an Unterschenkeln und Zehen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei erblich bedingtem Haarausfall?

Leider gibt es keine wirksamen vorbeugenden Maßnahmen bei erblich bedingtem Haarausfall. Um den erblich bedingten Haarausfall ranken sich viele Mythen. So halten sich hartnäckig Gerüchte, dass die Anwendung bestimmter Shampoos Schuld am Haarausfall sein soll, da sie die Haare belasten und so das Ausfallen der Haare begünstigen. Oftmals haben die Betroffenen Angst, sich die Haare zu kämmen oder zu waschen, um nicht noch mehr Haare zu verlieren. Doch diese Mythen sind tatsächlich nur Mythen, denn der erblich bedingte Haarausfall hat nichts damit zu tun, welches Shampoo benutzt oder wie oft das Haar gekämmt oder gebürstet wird. Die Haarpflege beeinflusst die androgenetische Alopezie in keinster Weise. Auf dem Kosmetikmarkt gibt es zahlreiche Präparate, die damit werben, den Haarausfall mildern oder gar stoppen zu können. Frei verkäufliche Haarwuchsmittel versprechen Hilfe und wecken Hoffnung bei den Betroffenen. Die Wirkung von Tinkturen, Kuren, Cremes und Haarwässern bei erblich bedingtem Haarausfall ist jedoch bislang noch nicht wissenschaftlich belegt. Bei androgenetischer Alopezie sollte deshalb ein Arzt aufgesucht werden. Er kann über geeignete Therapiemaßnahmen informieren und die Betroffenen beraten. Denn auch wenn es keine Möglichkeit gibt, dem erblich bedingten Haarausfall vorzubeugen, so kann man doch einiges tun, um ihn zu stoppen. Es gibt verschiedene Tinkturen, die von Männern und Frauen gleichermaßen angewendet werden können. Auch einschlägige Tabletten sind erhältlich, diese können jedoch nur von Männern eingenommen werden. Besonders zwei Wirkstoffe sind bei der Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall effektiv, Minoxidil und 17-alpha-Estradiol. In diversen Tests (Internetrecherche) der frei verkäuflichen Mittel hat der Wirkstoff Minoxidil noch am besten abgeschnitten. Ursprünglich ist Minoxidil ein blutdrucksenkendes Mittel, bei dessen Anwendung ein vermehrter Haarwuchs als Nebenwirkung festgestellt wurde. Daraufhin haben wir uns angesehen, wie Minoxidil Haarausfall entgegenwirken kann. Das Resultat ist ein Schaum und eine Lösung. Für Männer wird das Mittel mit 5% Minoxidil empfohlen, für Frauen ist ein eine 2%ige Lösung erhältlich. Warum genau Minoxidil den Haarwuchs anregt, konnte nicht eindeutig geklärt werden. Denkbar ist jedoch, dass mehr Blutgefäße gebildet werden und die Haarwurzeln besser durchblutet werden. Minoxidil kann also den Haarausfall verlangsamen und den Haarwuchs wieder anregen. Wird es jedoch abgesetzt, setzt der Haarausfall wieder ein. Auch liegen noch keine Ergebnisse bei Langzeitanwendung, also über mehr als ein Jahr, vor. Bei Männern zwischen 18 und 49 Jahren kann Minoxidil den Haarausfall stabilisieren. Frauen können es ab 18 Jahren anwenden – allerdings nicht während der Schwangerschaft oder Stillzeit. Es gibt jedoch auch Nebenwirkungen. So klagen manche Anwender über eine juckende, schuppende, gerötete oder gar entzündete Kopfhaut. Auch kann vermehrter Haarwuchs an anderen, unerwünschten Stellen, auftreten. Nach Absetzen des Präparates verschwinden die Härchen jedoch auch wieder. In manchen Fällen traten Schwindel, Schwächegefühl oder Brustschmerzen auf, auch wurde vereinzelt eine Senkung des Blutdrucks bemerkt. Sollte Minoxidil bereits als Antihypertonikum nicht vertragen worden sein, wird auch von einer Anwendung als Haarwuchsmittel abgeraten.

Der andere Wirkstoff ist 17-alpha-Estradiol. Es gehört zu den Östrogenen, hat jedoch nur eine schwache hormonelle Wirkung. Es hemmt das Enzym 5-alpha-Reduktase und vermindert so die von Dehydrotestosteron. Die Theorie ist, dass 17-alpha-Estradiol die Bildung von DHT verhindert. Wenn es also gar nicht erst gebildet wird, können die Haare wieder nachwachsen. Es gibt Lösungen und Kapseln, die 17-alpha-Estradiol enthalten. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten das Präparat nicht anwenden. Auch Schwangeren und Stillenden wird die Anwendung nicht empfohlen. Durch den Alkoholgehalt der Lösung kann es zu geröteter, brennender Kopfhaut kommen. In manchen Fällen können sich auch Bläschen bilden. Wird das Mittel abgesetzt, setzt auch hier der Haarausfall wieder ein.
Bei Frauen können auch hormonelle Verhütungsmittel angewendet werden.
Grundsätzlich gilt, je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten.

Doch abgesehen von den oben genannten Präparaten, kann sich auch eine Optimierung des Lebensstils positiv auf die Betroffenen auswirken. So sollte Stress weitgehend vermieden, auf ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung geachtet werden. Gleichwohl führt bei androgenetischer Alopezie kein Weg an der Verwendung DHT-hemmenden Präparaten vorbei.

Haarersatz und Haartransplantation bei erblich bedingtem Haarausfall

Wer keine jedoch Präparate einnehmen möchte, hat noch ein paar Alternativen, um sich wieder eine volle Haarpracht zu zaubern. Streuhaare beispielsweise sind eine Möglichkeit, da sie perfekt die lichten Stellen kaschieren und vom natürlichen Haar so gut wie nicht zu unterscheiden sind. Sie wurden bereits vor 20 Jahren in den USA entwickelt und wurden zunächst hauptsächlich von Maskenbildnern verwendet. Inzwischen haben die Haare aus der Dose auch den deutschen Markt erobert und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, da sie leicht anzuwenden sind und aus schütterem, lichtem Haar in wenigen Minuten eine schöne, volle Haarpracht zaubern. Sie bestehen aus statisch aufgeladenen Mikrofasern aus Baumwolle oder Keratin und Proteinen, die Grundbausteine der Hornsubstanz, die ein Hauptbestandteil der natürlichen Haare sind. Streuhaar wird in der Regel als Pulver angeboten, das sich mit dem natürlichen Haar verbindet. Durch Reibungselektrizität laden sich die haarähnlichen Fasern statisch auf und bleiben so an den echten Haaren haften. Mittlerweile gibt es Streuhaar in vielen Farbtönen, deshalb ist es auch für gefärbtes und dauergewelltes Haar geeignet. Die Haare aus der Dose sind sehr einfach anzuwenden und deshalb auch für den Hausgebrauch geeignet. Nach dem Waschen und dem Styling der Frisur werden sie auf Haar und Kopfhaut durch leichtes Klopfen aufgetragen. Sehr wichtig ist, die Dose mit dem Streuhaar vorher zu schütteln, denn nur so ist die elektrostatische Aufladung der Fasern gewährleistet. Danach müssen sie mit einem Fixierspray gefestigt werden und fertig ist die neue Haarpracht. Das Ergebnis ist ein natürlicher Look, so dass die Streuhaare auch für Experten nur schwer zu erkennen sind. Sie halten bis zur nächsten Haarwäsche und halten auch Wind, Regen und Schweiß stand. So ist auch Sport mit Streuhaaren kein Problem. Sie sind leicht auszukämmen und können am nächsten Tag wieder aufgetragen werden. Wer mit der vollen Haarpracht schlafen geht, erlebt am Morgen kein böses Erwachen – es finden sich keine Rückstände auf dem Kissen. Die Reibung des Kopfes an der Bettwäsche hat keinen elektrostatischen Effekt und zieht deshalb die Mikrofasern nicht an. Streuhaar ist außerdem geruchsneutral. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass sie gesundheitlich unbedenklich sind. Streuhaare beeinflussen weder Atemwege noch Hautatmung und sind auch für Allergiker geeignet. Auch gibt es keine Nebenwirkungen. Streuhaare sind für alle Männer und Frauen geeignet, die an erblich bedingtem Haarausfall leiden. Wenn noch genug eigenes Haar vorhanden ist, kaschieren sie kahle Stellen, wie Geheimratsecken oder lichte Scheitel ideal. Die Betroffenen haben im Handumdrehen wieder volles, schönes, natürlich aussehendes Haar. Streuhaare sind gesundheitlich unbedenklich und ergiebig. Deshalb sind sie perfekt für alle, die keine Präparate einnehmen möchten. Eine weitere Methode ist die Haarverdichtung. Haarteile aus Kunst- oder Echthaar werden im eigenen Haar angebracht. Für einen natürlichen Look, der vom eigenen Haar kaum zu unterscheiden ist, wird jedoch meistens Echthaarteilen der Vorzug gegeben. Durch Haarverdichtung können kahle Stellen kaschiert werden. Der Friseur passt die Haarteile in Farbe und Textur an das natürliche Haar an. So sind sie nicht vom eigenen Haar zu unterscheiden. Die Teile werden durch Clips oder Bondings befestigt und können bis zu 6 Monaten im Haar verbleiben. Danach müssen sie entfernt und durch neue Haarteile ersetzt werden. Um einen natürlichen Look zu erzielen, sollte eine Haarverdichtung unbedingt bei einem erfahrenen Friseur oder Stylisten durchgeführt werden, auch wenn man dafür tiefer in die Tasche greifen muss.

 

Natürlich sind auch Perücken für Frauen oder Toupets für Männer eine Möglichkeit, den erblich bedingten Haarausfall zu verstecken. Es gibt sie aus Kunst- und Echthaar und sie können mittlerweile auch im Internet bestellt werden. Für einen optimalen Sitz ist jedoch eine kompetente fachliche Beratung unerlässlich. Der Zweithaarspezialist kann auch beratend zur Seite stehen, um die richtige Perücke zur Gesichtsform zu finden. Gute Perücken und Toupets aus Echthaar, sind von natürlichem Haar meist nicht zu unterscheiden. Die Damen haben auch die Möglichkeit, mit einer Perücke einen ganz neuen Typ aus sich zu machen und beispielsweise mal eine ganz andere Frisur oder Haarfarbe zu wählen. Wer jedoch jetzt hofft, dass Echthaarteile, Perücken und Toupets von der Krankenkasse bezahlt werden, wird in den meisten Fällen enttäuscht werden. Zwar gibt es die Möglichkeit, Haarersatz auf Rezept zu bekommen, doch werden meist nur die Kosten für Kunsthaarersatz übernommen. Der wesentlich teurere Echthaarersatz fällt in der Regel nicht darunter. Auch übernehmen die Krankenkassen meist nur dann einen Teil der Kosten, wenn eine medizinische Notwendigkeit vorliegt, also beispielsweise Narben einer missglückten Transplantation verdeckt werden sollen und der Betroffene schwer darunter leidet.

Wem die oben genannten Optionen nicht zusagen, kann sich für eine Haartransplantation entscheiden. Für einen solchen Eingriff gibt es keine Altersbegrenzung, er kann schon bei jungen Betroffenen durchgeführt werden. Allerdings ist eine Haartransplantation bei sehr jungen Patienten nicht anzuraten. Es wird weiterhin empfohlen, sich erst dann einer Haartransplantation zu unterziehen, wenn der Haarausfall zum Stillstand gekommen ist. So kann sichergestellt werden, dass der zu füllende Bereich und der Spenderbereich, der sogenannte Donorbereich, gut abgegrenzt werden. Bei einer Haartransplantation werden gesunde Haarwurzeln des Patienten entnommen und an kahlen Stellen wieder eingesetzt. Da die Haarwurzeln vom Patienten selbst stammen, wird die Methode auch Eigenhaartransplantation genannt. Dabei wird zwischen der FUT-Methode (Follicular Unit Transplantation), oder auch Strip-Methode genannt, und der FUE-Methode unterschieden. Bei ersterer werden lange Hautstreifen mit dem Skalpell entnommen, dann unter dem Mikroskop in einzelne Grafts zerteilt und an den kahlen Stellen wieder eingesetzt. Der Nachteil dieses Verfahrens sind die oft dicken, auffälligen Narben sowie ein vorübergehendes Taubheitsgefühl. Außerdem ist hier die Zerstörung gesunder Haarfollikel beinahe unvermeidlich, da große Hautstreifen entnommen werden. Eine Alternative ist die FUE-Methode (Follicular Unit Extraction). Dies ist die derzeit einzige minimalinvasive, und daher auch schonende, Art der Haartransplantation. Dabei werden kleine Haargrüppchen ausgestanzt und an den kahlen Stellen wieder eingesetzt. Diese Methode ist nicht zu verwechseln mit der veralteten Stanzmethode, die heutzutage kaum noch angewendet wird. Der Vorteil der FUE-Methode ist, dass die Narben nur klein und punktförmig sind. Die Gefahr, dass die Wurzeln verletzt werden können, ist hierbei jedoch deutlich größer. Auch ist FUE viel aufwändiger als die Strip-Methode und deshalb auch teurer und es sind meist mehrere Tage dafür einzurechnen. Eine FUE kann bis zu viermal wiederholt werden. Jedoch empfiehlt es sich, zwischen den einzelnen Eingriffen mindestens sechs Monate,besser noch, ein Jahr zu warten. So kann der Erfolg der bereits erfolgten Transplantation besser beurteilt werden. Leider bezahlen weder gesetzliche noch private Krankenkassen eine Haartransplantation, auch dann nicht, wenn erblich bedingter Haarausfall diagnostiziert wurde. Wer sich für eine Transplantation entscheidet, sollte sich gründlich über die Kosten sowie Vor- und Nachteile informieren. Denn nicht alle Betroffenen sind auch für eine Haartransplantation geeignet. Es müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden, die vorab mit dem durchführenden Arzt abgeklärt werden müssen. So muss unter anderem sichergestellt sein, dass genügend gesunde Haarfollikel vorhanden sind, um eine Transplantation vornehmen zu können. Der Eingriff wird mit lokaler Anästhesie durchgeführt und darf nur von geschulten Ärzten vorgenommen werden. Auch wenn eine Haartransplantation als ungefährlich gilt, bestehen dennoch, wie bei allen anderen Eingriffen auch, Risiken und es kann zu Komplikationen kommen. Natürlich setzt auch die Ausgangssituation Grenzen. Es ist nicht möglich, eine große Glatze flächendeckend zu transplantieren. Die Faustregel lautet: Liegt die Fläche des Donorbereiches unter 20%, ist eine flächendeckende Haartransplantation nicht möglich. Ist jedoch der Spenderbereich ausreichend, sind zufriedenstellende Ergebnisse möglich. Es dauert allerdings bis zu vier Monate, bis die neuen Haare sprießen. In der Regel bleiben die transplantierten Haare bis zum Lebensende erhalten und können ganz normal gewaschen und auch gefärbt werden.

Neue Hoffnung bei erblich bedingtem Haarausfall

Alle von androgenetischer Alopezie betroffenen Männer können jetzt neue Hoffnung schöpfen. Denn es ist Forschern gelungen, einen neuen Ansatzpunkt bei der Entwicklung einer wirksamen Therapie gegen erblich bedingten Haarausfall zu finden. Sie entdeckten in der Kopfhaut der Betroffenen ungewöhnlich hohe Mengen eines Botenstoffes, den sie bislang nicht mit androgenetischer Alopezie in Verbindung gebracht hatten, das sogenannte Prostaglandin D2. Dieser Botenstoff hemmte auch in Zellkulturen die Funktion von Haarbildungszellen stark. Diese Erkenntnis bietet nun ganz neue Möglichkeiten, diese Wirkung zu blockieren und so neue Therapien gegen den erblichen bedingten Haarausfall zu entwickeln. Mittlerweile haben die Forscher bereits mindestens zehn Substanzen gefunden, die die Andockstellen von Prostaglandin D2 blockieren. Erste Studien laufen bereits. Die Entwicklung eines Blockademittels könnte den Haarausfall sogar verhindern, meinen die Wissenschaftler. Männer, die an erblich bedingtem Haarausfall leiden, wiesen große Unterschiede in der Menge an vorhandenem Prostaglandin D2 auf. An den Stellen, an denen noch genügend Haarwuchs vorhanden war, war die Konzentration normal. An den kahlen Stellen jedoch produzierten die Zellen die dreifache Menge des Hormons. Diese Entdeckung dürfte eine Revolution in der Behandlung androgenetischer Alopezie darstellen. Bislang wurden Prostaglandine nicht mit Haarausfall in Verbindung gebracht. Prostaglandine stellen eine große Gruppe von Gewebshormonen, die für unterschiedliche Aufgaben zuständig sind, so zum Beispiel für Blutgerinnung, Schmerz oder Entzündungen. Prostaglandin F2 alpha fördert das Haarwachstum, so sagen die Forscher. Diese neue Perspektive gibt Anlass zu Hoffnung, wenn es auch noch einige Zeit dauern dürfte, bis erste einschlägige Therapiemöglichkeiten angeboten werden können.

Die passenden Maßnahmen bei erblich bedingtem Haarausfall finden

Als Fazit bleibt zu sagen, dass Menschen, die unter androgenetischer Alopezie leiden, einem einem hohen psychischen Leidensdruck ausgesetzt sind. Mit gesundem, schönem Haar fühlt man sich attraktiv und selbstbewusst. Der drohende Verlust der Haarpracht ist deshalb natürlich sehr belastend. So ist es nur zu verständlich, dass die Betroffenen gewillt sind, alles dafür zu tun, den Haarausfall zu stoppen oder ihm am liebsten vorzubeugen. Leider gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Möglichkeit, der Prophylaxe, obwohl derzeit gerade Studien zur Entwicklung eines Mittels laufen, den erblich bedingten Haarausfall zu stoppen. Bis es allerdings soweit ist, wird es noch eine Weile dauern. Bis dahin bleibt nur, auf die Behandlung der androgenetischen Alopezie zurückzugreifen. Man kann sie mit Lösungen oder Tabletten therapieren, die allerdings dauerhaft eingenommen werden müssen. Ein Absetzen der Präparate hat zur Folge, dass der Haarausfall wieder einsetzt. Auch können diese Mittel unangenehme Nebenwirkungen haben. Dies gilt es, abzuwägen. Wer nicht dauerhaft Präparate verwenden möchte, kann die androgenetische Alopezie mit Streuhaaren, die bis zur nächsten Haarwäsche halten, kaschieren. Auf Grund der einfachen Anwendung und der gesundheitlichen Unbedenklichkeit sind sie die ideale Lösung für Alle, die schnell und unkompliziert wieder volles, natürlich aussehendes Haar haben möchten. Auch Perücken, Haarteile oder Toupets sind Alternativen, den Haarausfall zu verstecken. Dies sind allerdings auch keine permanenten Lösungen. Eine dauerhafte Alternative ist die Haartransplantation. Sie wird jedoch erst empfohlen, wenn die konservative Behandlung nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat. Sie stellt auch einen Eingriff dar und ist mit den entsprechenden Risiken verbunden. Ein nicht von der Hand zu weisendes Argument ist, dass die transplantierten Haare lebenslang erhalten bleiben. Sie können ganz normal gewaschen und auch gefärbt werden. Egal, welcher Methode letztendlich der Vorzug gegeben wird, es ist immer mit einem erheblichen Aufwand und großen Kosten verbunden, die der Betroffene in der Regel selbst tragen muss. Deshalb sollten sich Menschen, die von erblich bedingtem Haarausfall betroffen sind, gründlich über die angebotenen Hilfsmittel informieren und dann entscheiden, welche Methode die für sie passende ist. Auch eine Optimierung des Lebensstils mit genügend Schlaf, möglichst wenig Stress, ausgewogener Ernährung und ausreichend körperlicher Aktivität kann die Behandlung der androgenetischen Alopezie unterstützen. So können sich die Betroffenen dann wieder über eine volle, schöne Haarpracht freuen und sich wieder attraktiv und selbstbewusst fühlen.

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